Final Portrait

Zoo Palast © visitberlin, Foto: Jan Bitter

Zoo Palast © visitberlin, Foto: Jan Bitter

 

Kunst und Künstlersein sind dieses Jahr beliebten Themen. Begonnen mit dem Eröffnungsfilm Django laufen mehrere Filme, die sich damit auf unterschiedlichen Perspektiven nähern. Einer ist der Film Final Portrait von Stanley Tucci, der vor allem als Schauspieler bekannt ist.

Final Portrait © Parisa Taghizadeh

Final Portrait © Parisa Taghizadeh

Der Film erzählt von dem Entstehen eines Porträts, das der Künstler Alberto Giacometti (vor allem durch seine Skulpturen bekannt) von dem Kunstkritiker James Lord anfertigt. Erst soll die Sitzung nur einen Nachmittag dauern, daraus werden jedoch Tage und Wochen. Unzufrieden mit seinem Werk, geplagt von Selbstzweifeln, übermalt Giacometti das Porträt und fängt stets aufs Neue an. Er wollte kein typisches Biopic schaffen, erzählte Stanley Tucci in der Pressekonferenz, sondern sich auf die Episode beschränken, die Lord in seinem Buch „A Giacometti Portait“ beschreibt. Bewusst hat er die Farben des Film monochrom in den Tönen, die auch Giacometti verwendet, gehalten (unterbrochen von einigen Farbflecken).

Geoffrey Rush überzeugt als grantelndes Genie. Bei den glatten Gesicht von Armie Hammer als James Lord  fragt man zunächst, was einen Künstler daran so sehr reizen könnte, es fest zu halten. Er sehe das Böse dahinter, auf dem Weg ins Gefängnis oder ins Irrenhaus, erklärt Giacometti.

Für eine wahrhaft fesselnde Zeichnung des künstlerischen Prozesses ist der Film dann doch zu brav geraten. So ganz kann er den Klischees nicht entrinnen: Giacometti als der typische Künstler, der seine Umgebung drangsaliert, das Atelier zu pittoresk-vergammelt. Paris ist hier doch eher Hollywood als Nouvelle Vague.

 

 

 
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Über diesen Autor

Kristin Buller

ist Content-Redakteurin bei visitBerlin und leidenschaftliche Berlinale-Gängerin. Schon 1990 hat es ihr der Film Conte d'Eté von Eric Rohmer angetan – seither hat sie nur ein einziges Mal das Filmfestival verpasst. Am meisten freut sie sich auf asiatische Filme und hat ein Faible für Stummfilme und Screwball Comedies (daher oft in der Retro). Kristin schreibt über die Filmmetropole Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen.

 

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