Nächster Halt: Reinickendorf

Nächster Halt Reinickendorf

Am Tegeler See © Wolfgang Scholvien

 

Ob Naturfreak oder Architekturliebhaber oder Familienfreund, in Reinickendorf kommt jeder auf seine Kosten. Die S1 ermöglicht auf einem Reststück der legendären Nordbahn eine Entdeckungsreise, denn sie verbindet die zahlreichen architektonischen Kleinode des Bezirks.Der noble Vorort Frohnau entstand 1910 ganz neu nach Ideen der Gartenstadtbewegung. Elegante Villen und Landhäuser umschließen den zentral gelegenen Casinoturm und den Jugendstil-Bahnhof. Das benachbarte Hermsdorf war bekannt für seine Ziegelei und spendete Backsteine für den Bau des Roten Rathauses. Etwas versteckt in der Ringstraße 17 liegt das Atelierhaus Max Beckmanns. Tragische Berühmtheit erreichte der sogenannte Entenschnabel, ein absurd ummauertes Wohngebiet, das wie ein Entenschnabel in die Westzone hineinragte.

In Waidmannslust wurden in den Volta-Werken Transformatoren produziert. Direkt daneben residierten Wohlhabende in der Landhauskolonie am Dianaplatz, heute reizvoll wegen der zahlreichen Baudenkmäler aus der Zeit um 1900. Vom S-Bahnhof folgt man dem Eichborndamm am kaiserlichen Postamt vorbei zum historischen Dorfanger. Die Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert beherbergt einen barocken Kanzelaltar, auf dem Friedhof stehen gusseiserne Grabkreuze aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Vor dem Gasthaus Schupke weist ein Meilenstein aus dem Jahr 1841 den Weg nach Tegel. Ein Stück weiter zeigt sich Wittenau von seiner industriegeschichtlichen Seite: mit dem 20.000 m² großen Backsteinklinkerbau der ehemaligen Waffen- und Munitionsfabrik. Hier ist jetzt das Landesarchiv Berlin untergebracht.

Besondere Tipps für Reinickendorf

 

Die Weiße Stadt gehört seit 2008 zum UNESCOWelterbe. Die Siedlung der Berliner Moderne orientiert sich an der Neuen Sachlichkeit und fällt durch weiße Fassaden und grüne Innenhöfe auf.

Die Dorfkirche Wittenau ist Reinickendorfs ältestes Denkmal. Eine Feldsteinkirche mit vorprotestantischen Schnitzfiguren und Flügelaltar. In der Nähe liegen der alte Dorfanger und Bauernhäuser aus dem 19. Jahrhundert.

Alle Kiez-Tipps auf einen Blick

 
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Über diesen Autor

Susanne Schreiber

und Berlin verbindet eine gemeinsame Biographie über viele Jahre hinweg. Enge Kindheit zwischen grauen Mauern, durchtanzte Jugendjahre in Hinterhöfen und -kellern – und seit einigen Jahren entspannte Weltläufigkeit. Heimat heißt für sie zudem Herz mit Schnauze am Rand von Pankow. Auch wenn ihr die jahrelange Erfahrung sagt, dass es in Berlin eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt, lässt sie sich immer wieder aufs Neue überraschen.

 

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