Ein paar Filmtipps

Haus der Kulturen der Welt © visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Haus der Kulturen der Welt © visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

 

In den nächsten Tagen läuft der Film Menashe nochmal, der am Sonntag Premiere hatte. Menashe lebt in der orthodoxen jüdishen Gemeinde in New York, deren Alltag von Traditionen und Religion bestimmt wird. Letzte Instanz ist der Rabbi. Menashe passt nicht ganz in die Gemeinschaft hinein, trägt er doch weder Mantel noch Hut. Auch weigert er sich, nach dem Tode seiner Frau wieder zu heiraten, wie es die Tradition verlangt.

Da Menashe keine Frau hat, lebt sein Sohn beim Onkel. Immer wieder versucht Menashe, sein Leben in Ordnung zu bringen und seinem Sohn ein Heim zu bieten, doch scheitert er an den Widrigkeiten des Lebens, am Backen eines Kugelgerichtes, beim Ausfahren des gefillten Fisches. Durchzogen von leisem Humor wirft der Film einen fast dokumentarischen Blick auf die orthodox jüdische Gemeinde. Das ist die Art von Film, für die ich die Berlinale liebe. Filme, die den Blick öffnen, einen in andere Lebenswelten mitnehmen – und dabei noch unterhalten sind.

© visitBerlin, Foto: visumate

© visitBerlin, Foto: visumate

Lohnenswert ist auch der gestrige Wettbewerbsbeitrag Una mujer fantástica über eine Transgender-Frau, die sich nach dem Tode ihres Freundes den Anfeindungen seiner Familie ausgesetzt sieht und alleine mit der Trauer fertig werden muss.

Der wohl intensivste Film bisher war für mich Insyriated über eine Familie im syrischem Bürgerkrieg, die sich in ihrer Wohnung versteckt, während die Bedrohung von Draußen immer näher kommt. Die großartige Hiam Abbass, die das Berlinale-Publikum schon mit Lemon Tree begeisterte, spielt die Hauptrolle. Ein klaustrophobischer und lange nachwirkender Film.

 
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Über diesen Autor

Kristin Buller

ist Content-Redakteurin bei visitBerlin und leidenschaftliche Berlinale-Gängerin. Schon 1990 hat es ihr der Film Conte d'Eté von Eric Rohmer angetan – seither hat sie nur ein einziges Mal das Filmfestival verpasst. Am meisten freut sie sich auf asiatische Filme und hat ein Faible für Stummfilme und Screwball Comedies (daher oft in der Retro). Kristin schreibt über die Filmmetropole Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen.

 

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