6. Tag auf der Berlinale

Internationale Filmfestspiele Berlin, Foto: Karsten Thielker

Internationale Filmfestspiele Berlin, Foto: Karsten Thielker

 

Halbzeit! Rund 250.000 Tickets sind schon verkauft worden. Die Kinos sind voll, Schlangen winden sich durch Foyers und über Treppen. Und es gibt die ersten Favoriten.

God's Own Country Dales Productions Limited/The British Film Institute 2017

God’s Own Country Dales Productions Limited/The British Film Institute 2017

Im Wettbwerb hat gestern nnoch der Aki Kaurismäki-Film Toivon tuolla tuolen begeistert (den ich auch noch nicht gesehen habe).

Zu meinen Favoriten hat sich gestern noch God’s own Country gesellt. Passend zum Valentinstag eine Liebesgeschichte zwischen einem jungen Bauern in Yorkshire und seinem rumänischen Hilfsarbeiter. Vergleiche zu Brokeback Mountain liegen nahe und sind dem Filmemacher auch bewusst. Dennoch entwickelt der Film seine eigene Handschrift und rauhe Schönheit, die sich in der kargen Landschaft von Yorkshire widerspiegelt.

Er wollte zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man sich das erste Mal richtig verliebt und weniger die Widerstände der Gesellschaft zeigen, erklärte der Regisseur im Gespräch nach dem Film. Und so ringt Johnny um die richtigen Worte. Viel gesprochen wird sonst nicht im Film – bewusst haben sie die Dialoge reduziert, bis jedes Wort wirklich wichtig ist, so Regisseur Francis Lee.

Mr Long Ⓒ 2017 LIVE MAX FILM / LDH PICTURES

Mr Long Ⓒ 2017 LIVE MAX FILM / LDH PICTURES

Schweigsam sind sind nicht nur die Bauern in Yorkshire sondern auch die Auftragskiller aus Taiwan. Mr Long in Sabus gleichnamigen Film spricht auch nur wenig, dafür ist er umso cooler. Nach einem missglückten Auftrag hängt der Killer in Japan fest und muss auf das nächste Schiff warten. In der Zwischenzeit zeigt er sein Gecshick als Koch und eröffnet einen Imbiss mit seinen Nachbarn, die ihn quasi adoptieren. Der Film ist ein wilder Genremisch aus Thriller, Komödie und bitter-süßer Liebesgeschichte.Die drogenabhängige Nachbarin, um deren Sohn sich Mr Long kümmert, erhält in einer langen Rückblende ihre eigene tragische Liebesstory.

Überraschenderweise funktioniert der Mix und fügt sich zu einem schönem Ganzem zusammen.

 

Und in der Retrospektive gab es gestern die nettesten  Außerirdischen. In Die Außerirdischen erscheinen in Tokyo kommen seesternförmige Aliens nach Tokyo, um die Menschen vor einer Kollision mit einer anderem Planeten zu warnen. Ich frage mich, ob die Macher von Arrival den Film mal gesehen haben.

 
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Über diesen Autor

Kristin Buller

ist Content-Redakteurin bei visitBerlin und leidenschaftliche Berlinale-Gängerin. Schon 1990 hat es ihr der Film Conte d'Eté von Eric Rohmer angetan – seither hat sie nur ein einziges Mal das Filmfestival verpasst. Am meisten freut sie sich auf asiatische Filme und hat ein Faible für Stummfilme und Screwball Comedies (daher oft in der Retro). Kristin schreibt über die Filmmetropole Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen.

 

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