8. Tag auf der Berlinale

Berlinalepalast (c) visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Berlinalepalast (c) visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

 

Kurz vorm Ende dreht das Festival nochmal auf und zeigt am Freitag Logan mit Hugh Jackman und Patrick Stewart. Noch einmal Glanz und Glamour auf dem rotem Teppich … Viele Stars haben es ja dieses Jahr nicht geschafft, zur Vorstellung zu kommen. Mit Ana, mon amour läuft zuvor der letzte Wettbewerbsbeitrag.

Morgen werden wir dann wissen, wer dieses Jahr den goldenen Bären gewonnen hat. In der Gunst der Kritiker sind weiterhin Kaurismäkis Toivon tuolla puolen und Testről és lélekről weit vorne, aber eines haben wir in den letzten Jahren gelernt: Die Wege der Jury sind unergründlich.

Außer Konkurrenz lief bereits am Mittwoch (und gestern in Wiederholung) der spanische Film El bar im Wettbewerb, bei dem wir uns eher auf dem Fantasy Film Fest als denn auf der Berlinale fühlten.

Eine Bar in Madrid. Gäste trinken Kaffee oder ein Bier, der Obdachlose Israel predigt aus der Bibel, die junge, elegante Elena will nur ihr Handy aufladen. Ein Gast verlässt die Bar, es fallen Schüsse, er fällt getroffen hin. Auch der zweite Gast, der ihm zur Hilfe kommen will, wird erschossen. Verängstigt verschanzen sich die Gäste in der Bar. Während von Draußen die Bedrohung immer näher kommt, beginnt jeder um sein eigenes Leben zu kämpfen. El Bar besitzt Tempo und Witz, viele böse Ideen führen zu immer neuen fiesen Situationen, in denen sich die Gäste beweisen müssen. Natürlich sind einige Wendungen vorhersehbar, aber der Film zählt auf jeden zu den unterhaltsamsten, die ich dieses Jahr auf dem Festival gesehen habe. Ein ziemlicher Kontrast zu all den ruhigen, ganz langsamen Filmen zuvor an diesem Tag.

Golden Exits im Forum war einer davon, ein Film, den man schon oft zuvor gesehen haben meint.

Ein kleiner US-Independantfilm, dem aber eine originelle Geschichte und eigene Ideen zu fehlen scheinen. Mit Indie-Stars wie Chloë Sevigny und Jason Schwartzman ist der Film durchaus prominent besetzt. Regisseur Alex Ross Perry hatte bereits seinen Film  Queen of the Earth schon erfolgreich auf der Berlinale gezeigt, daher war ich umso enttäuschter von Golden Exits. 

Wunderbar war hingegen Maurice in den Berlinale Classics. Der Film brachte ein Wiedersehen mit dem jungen Hugh Grant und Simon Callow, der gerade erst bei Viceroy’s House auf der Bühne vom Berlinale Palast gestanden hat.

 

So, und jetzt freue ich mich auf Wolverine, der heute auf der Bühne stehen wird.

 
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Über diesen Autor

Kristin Buller

ist Content-Redakteurin bei visitBerlin und leidenschaftliche Berlinale-Gängerin. Schon 1990 hat es ihr der Film Conte d'Eté von Eric Rohmer angetan – seither hat sie nur ein einziges Mal das Filmfestival verpasst. Am meisten freut sie sich auf asiatische Filme und hat ein Faible für Stummfilme und Screwball Comedies (daher oft in der Retro). Kristin schreibt über die Filmmetropole Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen.

 

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