Neukölln: Wo die Welt zu Hause ist

Kiez-Tipps

Neukölln © Philip Koschel

 

Arabische Bäckereien, türkische Brautläden und vietnamesische Garküchen prägen das Stadtbild ebenso wie Nagelstudios und Spielkasinos: Neukölln ist das pulsierende Zentrum verschiedener Nationen und Kulturen. Im Neuköllner Kiez Rixdorf war schon immer Musike: Rixdorf ist da, wo das Tanzbein schwingt, bis die Seele klingt.

Die Berliner zog es schon zu Kaisers Zeiten nach Rixdorf, um sich zu amüsieren und den Alltag zu vergessen. Denn neben billigen Arbeiterquartieren bot der damalige Vorort Berlins alles, was das unternehmungslustige Herz begehrte: Biergärten, Vereinsleben, Tanz-Events und Unterhaltungssäle, wie sonst kein anderer Kiez in Berlin. In den Kindl-Sälen brachten Artisten das Publikum zum Staunen, und die Leute pilgerten zu Tausenden in den Mercedes-Palast, das Luxus-Kino seiner Zeit. Manche sprachen hinter vorgehaltener Hand sogar vom „Arbeiter- und Amüsierslum“.

Doch Kaiser Wilhelm II. änderte nichts, außer dem Namen. Er benannte Rixdorf 1912 einfach in Neukölln um. Wenn man heute von Rixdorf spricht, meint man daher das Neuköllner Zentrum rund um den Richardplatz. Bereits 1910 hatte Franz Körner in Rixdorf/Neukölln Handlungsbedarf erkannt. Der Kiesgrubenbesitzer war ein großzügiger Mann und zum Glück auch etwas eitel. So kam Neukölln zu einem neobarocken Mini-Schlosspark. Einzige Bedingung: Der Park musste seinen Namen tragen, Körnerpark. Neben Wasserspielen findet man dort eine Orangerie mit Café und Ausstellungsraum und im Sommer wird der Vorplatz der Orangerie für Konzerte genutzt.

Denn egal ob Rixdorf oder Neukölln, 1910 oder 2014: Vergnügen gehört zu diesem Bezirk wie die Musik zum Tanzen.

Insider-Tipps für Neukölln

 

Sehitlik Moschee

Die Sehitlik Moschee am Columbiadamm erinnert an die osmanische Architektur des 16. und 17. Jahrhunderts. Führungen für bis zu acht
Personen nach Anmeldung.

Kindl Zentrum für zeitgenössische Kunst

Der 5.500 Quadratmeter umfassende Gebäudekomplex der früheren Kindl-Brauerei im Rollberg- Kiez eröffnete im September 2014 als Ausstellungsort für internationale Gegenwartskunst.

BiOriental

Auf dem bunten Markt am Maybachufer gibt es immer dienstags und freitags zwischen 11 und 18.30 Uhr Gemüse, türkische Spezialitäten und Stoffe. türkenmarkt.de

 

 
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Über diesen Autor

Susanne Schreiber

und Berlin verbindet eine gemeinsame Biographie über viele Jahre hinweg. Enge Kindheit zwischen grauen Mauern, durchtanzte Jugendjahre in Hinterhöfen und -kellern – und seit einigen Jahren entspannte Weltläufigkeit. Heimat heißt für sie zudem Herz mit Schnauze am Rand von Pankow. Auch wenn ihr die jahrelange Erfahrung sagt, dass es in Berlin eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt, lässt sie sich immer wieder aufs Neue überraschen.

 

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