Pankow: Stadtgefühl hoch drei

Kulturbrauerei © TLG-Immobilien

Kulturbrauerei © TLG-Immobilien

 

Pankow ist drei in einem: Internationales Flair im Szenekiez Prenzlauer Berg, preußische Architektur im Stadtteil Pankow und eine lebendige junge Kunstszene in Weissensee.

Der Prenzlauer Berg hat das Frühstück neu erfunden. Mit Bio-Rührei bis mindestens vier Uhr nachmittags. Am Helmholtz- und am Kollwitzplatz trifft sich Berlin zum ausgiebigen Frühstück. Hier reiht sich ein Café ans andere. Menschen aus allen Schichten und Kulturen genießen den Tag. Nach dem Frühstück geht’s auf Tour, mit der Straßenbahn oder mit dem Fahrrad, das man sich ein paar Meter weiter in der Kulturbrauerei an der Eberswalder Straße ausleihen kann. Wer den „Alltag in der DDR“ erleben möchte, bleibt noch ein wenig und schaut sich bei freiem Eintritt das neue gleichnamige Museum in der Brauerei an.

Weiter gehts mit Rad oder Tram zum beliebten Mauerpark, wo sich an den Wochenenden Flohmarkt-Trödler, Jongleure und Karaoke- Sänger treffen. Dem Mauerradweg in Richtung Norden folgend, stößt man auf die Bornholmer Brücke, bekannt als „Bösebrücke“. Während des Kalten Krieges wurden hier Spione ausgetauscht und in der Nacht vom 9. November 1989 öffnete der erste Grenzübergang in Berlin. Die Bilder gingen um die Welt. Zum Highlight wird der Besuch im Frühling, wenn am Weg die Kirschbäume blühen, eine großzügige Spende japanischer Berlin-Fans.

Jüdischer_Friedhof_Berlin-Weißensee_Vermooste_Gräber_c_SpreeTom_wikimedia commons

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Die Straßenbahn M13 – Station Albertinenstraße – bringt einen zum Jüdischen Friedhof in Weißensee. Spätestens gegen Abend lohnt sich eine Fahrt mit der S-Bahn zur Greifswalder Straße und mit der M4 bis zur Bötzow-Brauerei. Hier serviert Berlins Sternekoch Tim Raue in seinem neuen Restaurant „La Soupe Populaire“ frische Speisen. Im ehemaligen Maschinenraum, heute „Le Croco Bleu“, gibt es raffinierte Cocktails. Das Gelände der Brauerei wird übrigens nach Plänen des Architekten David Chipperfield umgebaut.

 

Insider-Tipps für Pankow:

Im Leisepark, einem umgestalteten ehemaligen Friedhof, stehen Spielgeräte neben den Resten von Grabanlagen. Skurril, aber typisch Berlin. leisepark.de

 Die Wohnstadt Carl Legien wurde 1928–1930 von Bruno Taut und Franz Hilliger errichtet. Sie gehört seit 2008 als eine der sechs „Siedlungen der Moderne“ zum UNESCO-Welterbe.

 

 

 
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Über diesen Autor

Susanne Schreiber

und Berlin verbindet eine gemeinsame Biographie über viele Jahre hinweg. Enge Kindheit zwischen grauen Mauern, durchtanzte Jugendjahre in Hinterhöfen und -kellern – und seit einigen Jahren entspannte Weltläufigkeit. Heimat heißt für sie zudem Herz mit Schnauze am Rand von Pankow. Auch wenn ihr die jahrelange Erfahrung sagt, dass es in Berlin eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt, lässt sie sich immer wieder aufs Neue überraschen.

 

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