Schrei – Wenn du kannst

Horrornächte - © Filmpark Babelsberg

Horrornächte - © Filmpark Babelsberg

 

Grusel, Grauen und Gedärme – Halloween ist nicht mehr weit. Wer sich mit fürchten will, dem bietet die Hauptstadt in der Nacht der Geister und Dämonen so manche Gelegenheit. Im Berliner Gruselkabinett entführen Glöckner, Hexen und Monster ahnungslose Besucher in die dunklen Gemächer eines alten Bunkers. Auf der Zitadelle Spandau feiern Hexen bei Feuerzauber und Gruselumzug ihre Burg-Geister-Party. Das Dunkelrestaurant Nocti Vagus bietet Schauergeschichten und Halloween-Menüs – in völliger Finsternis versteht sich. Berlins größte Halloweenparty startet am 2. November in der Kulturbrauerei. Wer mit Kostüm kommt, darf kostenlos rein. Zum Abschluss der Halloween-Saison lädt am 3. November das Geisterschiff MS Berlin zu einer Fahrt über den Tegler See.

Wer jetzt Blut geleckt hat und sich auf die grausigen Tage einstimmen möchte: Hier sind meine Erlebnisse am vergangenen Wochenende auf der „Horrornacht“ im Filmpark Babelsberg. Wo sonst Daily-Soap-Darsteller Autogramme geben, treiben plötzlich Dracula und Hannibal Lecter ihr Unwesen. Ich habe meine Nerven im „begehbaren Horrorfilm“ auf die Probe gestellt.

Willkommen in der Hölle!

Schon das zwei Mann hohe Skelett am Eingangstor lässt erahnen, was auf mich zukommt. In dunkelrotes Licht getaucht, nur bekleidet mit einer verfaulten Kutte, begrüßt es stumm die Besucher. Ich gehe vorsichtig die „Street of Blood“ entlang, vorbei an brennenden Autowracks und Mülltonnen. Zombies mit hängendem Kopf schlurfen mir entgegen, Serienmörder Freddy Krueger sucht nach neuen Opfern.

Ich flüchte Richtung „Hellgate Vulkan“. Nebel umhüllt den Pfad zum Krater. Der Mond scheint fahl auf die karge Landschaft, ein bedrohliches Grollen liegt in der Luft. In den Gängen des Höllenschlunds ist der Nebel so dicht, dass man kaum die eigene Hand vor Augen sieht. Vor mir tastet sich langsam eine kleine Gruppe voran. Plötzlich springt eine Gestalt aus der Ecke. Zwei Frauen kreischen laut. Ich bleibe verschont – bis sich ein Monster still und heimlich von hinten an mich heranschleicht …

Nach dem Ritt auf dem Vulkan verschlägt es mich ins Reich von „Thousand and one Nightmare“. In der orientalischen Horrorwelt am Miniatur-Taj-Mahal posieren mutige Besucher mit untoten Bauchtänzerinnen und lassen sich fotografieren. Ich schleiche mich weiter an Zombies, Monstern und Vampiren vorbei. Bloß keine Aufmerksamkeit erregen! In „Reaper City“ entdecke ich die Folterstube eines verrückten Professors. Unter Schmerzen windet sich sein Patient auf der Liege. Mit dem armen Kerl will ich nun wirklich nicht tauschen.

Tanz mit dem Tod

Die Tanzshow „D!’S Dark Side” bringt mich zum Abschluss in Botans Unterwelt. Im Hubschrauberwrack lodert Feuer, ein rostiger Bohrturm ragt in den Nachthimmel. Sein Reich erinnert an Filme à la Mad Max. In dieser Nacht sucht Botan nach frischem Menschenfleisch. Sein Opfer: Ein kleines Mädchen. Doch zwischen ihr und Botans Sohn entwickelt sich bei „She’s like the wind“ eine zärtliche Romanze. Sie darf weiterleben und bleibt bei ihrem Freund in der Unterwelt. Beruhigend: Am Ende siegt also die Liebe. Mit diesem Gefühl verlasse ich das Reich des Schreckens – für heute.

 
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Über diesen Autor

Tobias Maul

lebt zwar erst seit Juni 2012 an der Spree, doch schnell war klar: Berlin – je t’aime! Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, haben’s ihm vor allem die unendlich vielen Restaurants und Cafés angetan. Als Kuchen-Fan ist seine Mission klar: Find the best cake in town! Was der Schöneberger abseits süßer Leckereien noch erlebt, darüber schreibt er hier im Blog.

 

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