Film ab für die Berlinale-Expertin

Berlinale Potsdamer Platz c Berlinale/ visitBerlin

Berlinale Potsdamer Platz c Berlinale/ visitBerlin

 

Was wäre Berlin ohne die Berlinale? Und was wäre die Berlinale ohne ihre Fans? Ganz klar: ein Film ohne Zuschauer. Die Berlinale steht und fällt mit ihren Besuchern, den Cineasten, Filmkünstlern und Schauspielern, den Promis auf dem roten Teppich, den Diskussionen vor und nach den Filmen, den langen Schlangen an den Kinokassen. Genau hier trifft man ab heute auch Kristin Buller. Sie hat sich eigens für die Berlinale Urlaub genommen. Anders würde sie die üblichen 30-35 Filme in dieser Woche auch nicht schaffen.

Seit 23 Jahren ist sie Berlinalistin aus Leidenschaft. Für “Born on the Fourth of July” und “Conte de printemps” (Eric Rohmer) kaufte sie 1990 ihre ersten beiden Berlinale-Karten. Seitdem hat sie bis auf ein Jahr keine Berlinale mehr verpasst.

Während andere im Urlaub gerne im Skilift sitzen und das Panorama der Alpen genießen, freut sich Kristin auf den Kinositz und die Panorama-Eröffnung der Berlinale. An Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken: jeder Berlinale-Tag ist strikt durchgeplant. Vom ersten Film am Morgen bis zum letzten Spätfilm – nachdem es die Mitternachtsreihe im Delphi leider nicht mehr gibt. Die gehörte trotz Nachtschicht stets zu ihren Lieblingen. Ebenso die Hong Kong Filme. Inzwischen haben allerdings auch die Skandinavier ihr Herz erobert. Und wenn wir schon mal bei Herzensangelegenheiten sind: mit Ausnahme der Autogramme von Gerard Butler (das einzige, dass er an jenem Abend gab!) und Michael Fassbender geht es für Kristin weniger um Promis und die Party am roten Teppich. Nein – der größte Glücksmoment ist der, wenn zum ersten Mal der Berlinale-Jingle erklingt. Dann hat sie Gänsehaut. Dann ist sie weg, irgendwo in der weiten Welt des Films. Diesen Moment teilt sie mit vielen, inzwischen jahrelangen Freunden. Freunde, die sie übrigens einst in der Schlange am Ticket-Schalter kennengelernt hat und mit denen sie ihre eigene jährliche Opening-Party schmeißt. So geht Berlinale!

Und jetzt: Film ab für ein paar persönliche Tipps von der Expertin zur 63. Berlinale:

Klappe 1.) Worauf freust Du dich 2013 am meisten?

Auf ‚Before Midnight’, The Spirit of ’45 von Ken Loach und “The Small Backroom” in der Retro.

Klappe 2.) Was wird Dein erster Film in diesem Jahr?

Die Panorama-Eröffnung mit „Cheni sabis naketsi“.

Klappe 3.) Der beste Weg, um an Karten zu kommen:

Anstellen! Auch wenn das neben der Online-Buchung vielleicht schon etwas old school ist – es gehört einfach dazu. Man sollte dabei nur eine Regel unbedingt beachten: Vordrängeln ist nicht! Dafür wurde schon so manch einer aus der Reihe befördert…

Klappe 4.) Woran sollten Berlinale-Einsteiger und Erstlinge unbedingt denken?

An die Wege. Wer mehrere Filme sehen will, muss gut planen. Die Kinos sind in der ganzen Stadt verteilt und das klaut Zeit. Außerdem würde ich jedem ‚Erstling‘ empfehlen, auch mal einen Film mit Diskussion im Anschluss anzuschauen. Hier bekommt man erst das richtige Berlinale-Feeling.

Klappe 5.) Abseits der Filme – was sollte man auf keinen Fall verpassen in Berlin?

Natürlich gehörten zur Berlinale auch die Promis und der rote Teppich. Die beste Chance, den ein oder anderen Star zu sehen hat man vermutlich am Potsdamer Platz vor dem Hyatt: Hier halten in der Regel die Taxis der Prominenz. Außerdem gibt es in Berlin bestimmte Restaurants und Cafés, die sich besonders für Promi-Spotting eignen.

Klappe 6.) Welche sind Deine persönlichen Top-3-Kinos?

Auf jeden Fall das Cinestar am Potsdamer Platz – das ist einfach bequem und zentral. Das Delphi gehört auch schon immer zu meinen Lieblingskinos und das Kino International in Friedrichshain – einfach schön!

Klappe 7.) Auf welche Top-3-Promis können wir uns diese Jahr freuen?

Anne Hathaway, Joseph Gordon-Levitt und natürlich Matt Damon.

Klappe 8.) Für alle, die es nicht nach Berlin schaffen – mit welchen Berlinale-Filmen der letzten Jahre kann ich mir die Stadt am besten nach Hause holen?

Berlin in der Hauptrolle – da fällt mir vor allem „Symphonie einer Großstadt“ oder „Menschen am Sonntag ein“. Und so richtig schrill ist natürlich ‚Berlins auf Indisch‘ in dem Bollywood-Film Don II im letzten Jahr.

Klappe 9.) Und wo treffen sich Berlinale-Fans? Wo gibt es den besten Austausch über gute Filme, schlechte Filme?

Fans treffen sich vor allem in den „Ballungsräumen“ der Berlinale, also am Potsdamer Platz oder natürlich im Kino selbst. Ein guter Tipp ist aber auch das Haus der Berliner Festspiele, das als Begegnungsstätte der Berlinale gilt.

Klappe 10.) Irgendwann ist leider jede Berlinale vorbei – wie bekomme ich die Berlinale nach der Berlinale?

Tolle Filme und großes Kino bietet Berlin zum Glück das ganze Jahr in den 98 Berliner Kinos. Ansonsten lade ich alle ein, mit mir die Berlinale auf dem visitBerlin Berlinale-Blog zu teilen.

 
Diesen Artikel bewerten:
12345
Ø 0,00/0
 

Über diesen Autor

Karin Willms

ist verliebt. Bereits Anfang der 80er war es um sie geschehen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Berlin macht einfach alles richtig: Zuhause in Kreuzberg wird stets zauberhaft gekocht; täglich gibt es kleine Überraschungen. Und doch bleibt genug Freiraum. Auf dem Tempelhofer Feld zum Beispiel oder am Maybachufer. Es ist längst Zeit für eine Liebeserklärung.

 

Ihre Meinung zu Film ab für die Berlinale-Expertin

Kommentare