Die Black Box bringt Licht ins Dunkel

Wo der Kalte Krieg (be)greifbar wird

  • Black Box Berlin, Foto: V. Gurzhy
  • Berlin-Projektionsleinwand, Foto: V. Gurzhy
  • Leere, Foto: V.Gurzhy

Checkpoint Charlie, Gedenkstätte an der Berliner Mauer, Tränenpalast. Braucht Berlin wirklich noch eine Ausstellung über den Kalten Krieg? Das frage ich mich auf dem Weg zur Vorbesichtigung der Black Box - einer Ausstellung zu eben diesem Thema, die voraussichtlich Mitte des Jahres eröffnen wird.

Vorbei am Checkpoint Charlie nähere ich mich der Bildergalerie an der Friedrichstraße, die die Geschichte der Berliner Mauer dokumentiert. Dahinter erhebt sich ein schwarzes futuristisches Gebäude. Das muss die Black Box sein. Gespannt laufe ich zum Pavillon, wo viele Journalisten schon ihre Kameras zücken. Doch als sich die Tür öffnet, erblicken wir auf der 200m² großen Fläche nur leere Stellwände. Enttäuschung macht sich breit.

Jürgen Reiche, der Infobox-Kurator, erklärt das Konzept und die zukünftige Gestaltung der Ausstellung. Jalta, Wannsee-Konferenz, Perestrojka, Hiroshima und Nagasaki, Korea… Dazu kommen Farben. Rot, Schwarz, Blau. In meinem Kopf herrscht ein buntes Chaos. Doch so langsam kommt Licht ins Dunkel.

Der Kurator skizziert ein komplexes Bild, das diese spannungs- und konfliktgeladene Zeit begreiflich macht. Vor meinem inneren Auge füllen sich die Wände mit Fotos. Ich stelle mir das Kino, die zwei Panzer und die Mauer-Reste vor, die hier bald aufgebaut werden sollen. In der Mitte des Raumes dient ein weißer Tisch in Berlin-Form als Leinwand für eine Projektion. Am Ende des Rundgangs werden sich die Besucher selbst fotografieren und der Welt einen Gruß per Email schicken können.

Jürgen Reiche erläutert auch die Gestaltung des Pavillons: Das Schwarz der Außenfassade steht für die Black Box - den Flugschreiber, der das Geschehene für die Nachwelt festhalten soll. Das Rot der Säule- für die Sowjetunion und die blauen Fenster für die USA. Dass der Flugschreiber in Wirklichkeit gar nicht schwarz, sondern rot ist, habe ich heute auch erfahren.

Nach der Vorbesichtigung ist klar: Berlin braucht diese Ausstellung unbedingt! Denn wo sonst soll man die Geschichte begreifen, wenn nicht hier, in Berlins historischer Mitte?

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