Im Computerspielemuseum auf Zeitreise durch die digitale Kulturgeschichte
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Sonntags spiele ich gerne „Monopoly“. Für ein paar schnelle Würfel bei „Mensch ärgere dich nicht“ und eine Partie „Scrabble“ bin ich eigentlich auch immer zu haben, oder wie wäre es mit „Mau Mau“? Einziges Problem ist der Mangel an Mitspielern: Als Reaktion auf meine Spielvorschläge ernte ich in der Regel nur ungläubige Blicke und schiefe Augenbrauen – der Retro-Trend für analoge Gesellschaftspiele ist in meinem Berliner Freundeskreis scheinbar noch nicht angekommen...
Der Trend für digitale Retro-Spiele dagegen sehr wohl! Daher ist die Begeisterung groß, als ich am Wochenende zu einer Expedition ins Computerspielemuseum einlade. Auf dem Weg zum Museum entlang der windigen Karl-Marx-Allee schleicht sich ein erwartungsvolles Leuchten in die Augen meiner drei Begleiter – allesamt vermeintlich erwachsene Kinder der 80er-Jahre, männlich.
Mit einem Video beginnt unsere Zeitreise durch die Welt der Computerspiele: Die Sendung „Telespiele“ von 1975 zeigt einen jungen Thomas Gottschalk mit schulterlangem Engelshaar und grünem Pullunder, wie er zum ersten Mal im deutschen Fernsehen ein Computerspiel präsentiert. Und als wäre das nicht schon spektakulär genug, warten auf den 670 m² Ausstellungsfläche noch rund 300 weitere Schätze aus Kultur- und Technikgeschichte darauf, angesehen und ausprobiert zu werden.
Ganz gleich ob Sie sich für ein Match mit den Pixel-Ikonen „Pac Man“ und „Zelda“ entscheiden oder einen nostalgischen Blick auf die Spielekonsolen der 70er-Jahre von Atari und Nintendo werfen möchten – im Computerspielemuseum vergeht ein Sonntag wie im Flug. Nur ein Hinweis noch aus eigener Erfahrung: Sollte Sie ein Mitspieler zu einer Partie „Pong“ an einem Gerät namens „Pain Station“ auffordern und dabei lächelnd behaupten, das Spiel funktioniere im Grunde genau wie Monopoly...glauben Sie ihm kein Wort! In diesem Sinne: Mögen die Spiele beginnen.
Tipp: Zur Langen Nacht der Museen am 28. Januar lädt das Computerspielemuseum zu der Sonderveranstaltung „Vom Alten Fritz zum Serious Game“: Anlässlich des 300. Geburtstags von Friedrich dem Großen können Besucher entdecken, was ein preußischer König mit digitalen Lernspielen zu tun hat. Einlass: 18:00 bis 2:00 Uhr nachts, Eintritt: Es gelten die Tickets der Langen Nacht der Museen.
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